Erste Hilfe am Stall: Was Sie tun können und wo die Grenze liegt
Erste Hilfe beim Pferd bedeutet nicht behandeln, sondern die Zeit bis zum Eintreffen der Tierärztin überbrücken und Verschlimmerung verhindern. Dazu gehört, überhaupt einschätzen zu können, ob etwas nicht stimmt. Die Richtwerte in Ruhe: Körpertemperatur 37,5 bis 38,2 Grad, Puls 28 bis 40 Schläge pro Minute, Atemzüge 8 bis 16 pro Minute. Wer diese Werte beim gesunden Pferd gelegentlich misst, erkennt Abweichungen im Ernstfall sofort. Klare Notfälle, bei denen sofort angerufen wird: Koliksymptome, starke Blutungen, hochgradige Lahmheit, Augenverletzungen, Atemnot, Festliegen. Die Telefonnummer der Praxis und der Klinik gehören sichtbar an die Stalltür, nicht nur ins Handy.
Stallapotheke für Pferd und Reiter
Der Vorteil eines fertigen Sets liegt darin, dass es vollständig ist und an einem Ort hängt – improvisiertes Sammeln aus drei Spinden kostet im Ernstfall Minuten.

Was zeichnet die Stallapotheke aus?
- Zusammengestellte Stallapotheke in mittlerer Größe, für Pferd und Mensch ausgelegt
- Enthält Verbandmaterial und Grundausstattung in einem Behälter
- An einem festen, allen bekannten Platz aufbewahren und den Inhalt zweimal jährlich auf Haltbarkeit prüfen
- Verbrauchtes sofort nachkaufen – eine halb leere Apotheke ist im Notfall so gut wie keine
Sinnvoll als Grundstock, den man dann ergänzt. Der eigentliche Wert liegt in der Vollständigkeit und im festen Standort.
Selbsthaftende Bandagen im Zwölferpack
Selbsthaftende Binden kommen ohne Klammern und Knoten aus und halten auch an bewegten Körperstellen – am Pferdebein die entscheidende Eigenschaft.

Was zeichnet die selbsthaftenden Bandagen aus?
- Zwölf elastische, selbsthaftende Binden für den veterinärmedizinischen Einsatz
- Haften auf sich selbst, nicht auf Fell oder Haut
- Nie stramm anlegen: Zu fest gewickelte Bandagen schnüren ab und richten mehr Schaden an als die Wunde
- Als Druckverband bei starker Blutung nur kurzzeitig und mit Polsterung darunter
Das meistgebrauchte Material der Stallapotheke. Zwölf Stück klingen viel und sind nach zwei Verbandwechseln zur Hälfte weg.
Hufauskratzer im Doppelpack
Ein großer Teil der akuten Lahmheiten geht auf eingetretene Steine oder Fremdkörper zurück. Der Hufkratzer ist deshalb das erste Werkzeug bei plötzlicher Lahmheit.

Was zeichnet die Hufkratzer aus?
- Zweierpack Hufauskratzer für die tägliche Hufkontrolle
- Reinigt Strahlfurchen und legt eingetretene Fremdkörper frei
- Bei einem tief eingetretenen Nagel gilt die Ausnahme: nicht ziehen, sondern das Pferd stellen und sofort anrufen – die Lage im Huf ist diagnostisch wichtig
- Täglich auskratzen, nicht nur vor dem Reiten – so fallen Veränderungen früh auf
Ein Cent-Artikel, der bei akuter Lahmheit als Erstes zum Einsatz kommt. Der zweite gehört in die Sattelkammer, damit nie gesucht werden muss.
Digitales Fieberthermometer für Pferde
Die Körpertemperatur ist der Wert, den Halter am zuverlässigsten selbst erheben können – und der am Telefon mit der Praxis am meisten Aussagekraft hat.

Was zeichnet das Thermometer aus?
- Digitales Thermometer für Pferde und Rinder, wasserdichte Ausführung
- Für die rektale Messung ausgelegt, mit akustischer Signalgabe
- Beim gesunden Pferd üben, damit die Messung im Ernstfall keine zusätzliche Aufregung bedeutet
- Bei Verdacht auf ansteckende Erkrankungen im Stall: eigenes Thermometer pro Pferd, kein gemeinsames
Das Gerät, nach dem am Telefon als Erstes gefragt wird. Wer die Temperatur nennen kann, macht das Gespräch deutlich produktiver.
ReaVET Zinkspray für Pferde, 200 ml
Zinkoxid-Sprays bilden einen abdeckenden Film über oberflächlichen Hautstellen und schützen sie vor Nässe und Schmutz. Ein Desinfektionsmittel sind sie nicht.

Was zeichnet das Zinkspray aus?
- 200-ml-Sprühdose, als Wundschutz für Pferde ausgewiesen
- Legt sich als Schutzschicht über kleine, oberflächliche Hautverletzungen
- Nur auf gereinigte, oberflächliche Stellen anwenden – niemals auf tiefe, stark verschmutzte oder blutende Wunden
- Für die eigentliche Desinfektion gehört ein geeignetes Antiseptikum in die Apotheke; welches, klärt Ihre Tierärztin
Für Schürfwunden und beanspruchte Hautstellen brauchbar. Bei allem, was tiefer geht als die Haut, ist es das falsche Produkt.
Worauf es unterm Strich ankommt
Erste Hilfe heißt: Situation sichern, Pferd beruhigen, Werte messen, anrufen, Anweisungen befolgen. Nicht dazu gehört, eigenmächtig Schmerzmittel zu geben – das verschleiert Symptome und erschwert die Diagnose. Halten Sie die Nummern von Praxis, Klinik und Transportmöglichkeit griffbereit, prüfen Sie die Apotheke zweimal im Jahr, und messen Sie die Normalwerte Ihres Pferdes einmal in Ruhe. Diese Vorbereitung kostet eine Stunde und macht im Ernstfall den Unterschied.
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